Frida Amram

Leitende Oberschwester / Oberin

Seit 1913 leitete die Oberin Frida Amram das Kinderhaus der Weiblichen Fürsorge. Für die 1911 eröffnete Institution war sie offenbar schon seit 1912 als Oberschwester tätig. Zuvor arbeitete sie in der Privatpflege sowie in Hamburg und Heilbronn.

" Für ihre Schützlinge im Kinderhaus tat Frieda Amram alles ...“ (JPflege; cf. Beykirch, S. 153). Mit der Schließung des Israelitische Waisenhaus im Juli 1942 kamen von dort Kinder und Jugendliche ins Kinderhaus. Das Kinderheim hatte zu normalen Zeiten ca. 25-30 Kinder plus Personal. 1940 hatte das Heim bis zu 70 Insassen. Frida Amram hatte die Versorgung neu zu regeln. Wie schwierig die Versorgungslage bereits vor Aufnahme der Kinder aus den anderen Häusern war, belegt ein Brief von Frida Oppenheimer (s. u. S. 45) am 01.02.1942 an eine ehemalige Nachbarin: „Ich habe eine Bitte an Dich. Könntest Du mir vielleicht eine halbe Brotmarke besorgen. Ich wäre dir sehr dankbar dafür, denn wir bekommen kein Fleisch und keine Kartoffeln und so wenig Brot, daß ich immer Hunger habe.“ (Transkribiert bei Kingreen, Jüdisches Landleben etc., S. 136).

Im Juli 1942 wurde Frieda Amram in das Frauen-KZ Ravensbrück eingewiesen. Sie wurde beschuldigt, Essen fuer die Kinder gehamstert zu haben. Schon im Oktober des gleichen Jahres wurde sie einem Todestransport nach Auschwitz zugeteilt. Seitdem ist sie verschollen (Beykirch/S. 126, Anm. 262 und S. 153/Interview 2002; Jechiel Hirschberg ist der jüngere Bruder von Walter Hirschberg alias Benjamin Amiram, S. 151).

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Persönliche Daten

Frieda Seif

Quellen

Literaturverzeichnis